Nachhaltiger Beton - ein Baustoff für morgen?

Die Weltbevölkerung wächst und überall auf der Welt wird gebaut - viel gebaut. Somit steigt auch die weltweite Nachfrage nach Beton. Die Herstellung von Beton auf Grundlage von Zement gilt allerdings als eine der größten Emittenten von Treibhausgasen. Die Entwicklungsabteilung eines japanische Baukonzerns hat nun einen neuen klimafreundlichen Beton vorgestellt.

T-eConcrete / Carbon-Recycle heißt ihre neueste Entwicklung. Bei der Herstellung des neuartigen Betons wird Kohlendioxid, das als Abfallprodukt, zum Beispiel in Kraftwerken und Industrieanlagen entsteht, wiederverwendet und langfristig im Material gebunden. So könnte künftig die CO2-Bilanz von Beton ins Negative gedrückt werden.

Laut Werkstoffexperten wird bei der Produktion eines Kubikmeters Beton normalerweise zwischen 250 bis 330 Kilogramm Treibhausgase freigesetzt. Eine erschreckende Bilanz, wenn man sich die steigenden Bautätigkeiten in fast allen Teilen der Welt vor Augen führt.

Mit der neuen Methode können nun für die Produktion der gleichen Menge Beton (1 Kubikmeter) 55 Kilogramm Kohlendioxid gebunden werden, statt neue Treibhausgase freizusetzen.

Als klimatisches Grundübel von Beton gilt die vorausgegangene Zementproduktion, genauer - die etablierten Produktionsmethoden. Dem Ausgangsmaterial Kalkstein werden weitere Stoffe zugemischt. Diese Mischung wird dann fein gemahlen und auf 1450 Grad Celsius erhitzt. Hieraus entsteht sogannnter Zementklinker. Bei diesem Produktionsprozess wird CO2 aus dem Kalkstein selbst, aber auch durch die Befeuerung der Öfen zur Erhitzung der gesamten Mischung, freigesetzt.

Bei dem neuen und hochtechnischen Verfahren wird der Klimasünder Zement durch Kalziumkarbonat ersetzt. Dieses Kalziumkarbonat kann aus der Verbindung von Kalzium und CO2 hergestellt werden kann. Der so produzierte Beton ist jedoch klebriger, benötigt länger um auszuhärten und ist nicht so fest wie herkömmlich hergestellter Zement. Wird jedoch als Bindemittel Hochofenschlacke, also ein Abfallprodukt aus der Industrie, beigemischt, werden die genannten Nachteile quasi aufgehoben und gleichzeitig kann die Kohlendioxidbilanz ins Minus gedrückt werden.

Eine Herausforderung stellt aktuell aber die sehr hohen Herstellungskosten dieses klimafreundlichen Betons dar. Es ist also derzeit noch nicht damit zu rechnen, dass die Stadtbau bereits in naher Zukunft auf diesen neuen Baustoff umsteigen wird. Dagegen werden wir den Klimaschutz in Würzburg weiterhin durch den Einbau moderner Heizungsanlagen, Fassaden- und Fensterdämmung, die Schaffung von Dachbegrünung, den Einsatz regenerativer Energien u.v.m. weiter vorantreiben.